Editorial / on machine learning



Als Antha Helena Recke sich das erste mal mit ihrer Crew im Glasspitz in den Münchner Kammerspielen getroffen hat
So sagt sie im Nachhinein
War das ein überwältigendes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit
Dieses Zitat hat mich berührt damals
Und ich glaube ein bisschen so fühle ich mich auch gerade.


Mein erster Post auf meinem eigenen Blog
Alle leser*innen kommen wegen mir
Meinen Gedanken
Meiner sozialen Ader, die den Diskurs für alle will, so wie Assange oder Renate Künast


Alle Leute
Die Bock auf Semiotik haben und Argumente
Und ihren anderen Scheiß zu Hause lassen
Oder beim Stammtisch
Oder auf Facebook der Narzissmus-Kloake


Und wenn es dann nur drei Leser*innen sind
Dann ist das auch 
Völlig in Ordnung
Kann ich schon freier und more customized arbeiten


Vielleicht kann ich ja sogar Themenwünsche annehmen.


Irgendwann lass ich Euch zahlen
Dann zuckt Ihr auf einmal zusammen


Aber bis dahin
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So wie die absurden Pizzagate-Sachen
Komplett frei erfundener Müll
Totaler Humbuk
Aber die Leute spämmen es durch die Weltgeschichte
Und dann meckern sie über Trump
Und dass der kein moralisches Vorbild ist


Fahr grade durch den Schwarzwald
So wunderschön
Ich vermisse es end
Kauft mir wer ein Haus in Triberg?
Dann beeinflusse ich auch Eure Wahl.
Ich kann sowas


Aber egal. Ich halt mich an Regeln ab jetzt.

Hey, ich hab gesehen 100 Leute haben mein Stück gelesen. Seiden Sprünge. Lustiges Zeug oder? Also grob freaky, aber ganz flockig zu lesen. Find ich. Aber wer bin schon ich. Antigone kriegt preise. Und ich, weil ich weiß bin. Mal wieder nich.
Egal. Was findet ihr so übers Stück?
Also es ist übrigens nicht so kompliziert, wie man am anfang denkt. Weil es ist halt sehr technisch geschrieben.
Das heißt, ich habe bestimmte kanonisierte Techniken einfach gekoppy-Pasted. Da gibt es sogar seiten dafür im Internet.

Das folgt also ganz strengen Regeln. Heißt, da gibt man einfach ein, über welche Themen man schreiben möchte. Und welche Witze man lustig findet. Welche Werte man vertreten will (ich hab natürlich KONSERVATIV angegeben, allein weil ich Anna aus meinem Studiengang provozieren wollte, die traut sich nämlich nicht, sich einzugestehen wie krank konservativ sie ist, weil ihre Eltern sie so komisch behandelt haben, aber whatever). Ja und dann noch ein zwei Sachen. Und dann erfinden die Dir einfach einen Plot. 

Und wenn du Premium hast, dann gehen sie noch einen Schritt weiter und schreiben das Stück für dich. Ich hab mir Premium geholt, weil ich dachte, ich hab wenig Zeit wegen Jura und so. Aber ein Literat sein finde ich schon geil (So wie Heiner Müller. Oder Berthold Brecht. Oder Richard David Precht. Der ist sogar manchmal im Fernsehen). Und dann haben irgendwelche Clickworker aus Bangladesh das zusammengezimmert. 

Ich mein, wenn ich das Gratzer-Stipendium bekommen hätte. Dann wären das 3,79 € gegen 7 Tausend. Haben oder nicht haben. Das überlegt man sich dann schon. Ich hab auch keinen Geldscheißer. Ach doch meinen Vater, aber der zählt nicht. Ich spreche ja auch eher allgemein grade. Oder versuche es zumindest.

Jedenfalls. Ich wollte sagen, eine Lesehilfe für S//S ist leicht gegeben. Ich hab halt gesagt, ich fänds schön wenn der Text nach David-Lynch-Methode gemacht wird (das ist so ein roter Filter), dann habe ich gesagt 

Thema: Toxische Maskulinität, 
Referenzen: Jelinek, Melle, Schnitzler
Schlagworte: Citalopram Pimmel Scheide Mann Frau Vagina Vulva Pussy Schwanz
Seitenanzahl: Unbegrenzt
Genre: Drama
Stimmung: lustig
Ende: Gut
Anzahl Monologe: 4
Davon männlich: 3

Ich denke das ist Standart. Erstmal klein anfangen, dachte ich. Ist glaube ich ganz ordentlich geworden. Also ich habs nicht gelesen. Diesbezüglich habt ihr hundert Vögel mir was voraus. Aber man sagt, es soll ganz lustig sein. Gut aber was sagt man nicht alles.

Viel
Wenn der Tag lang ist

Euer
Janik Hauser


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