über dauerschuldverhältnisse

I

ich kann mir vorstellen, wie ich Böll wäre. und pointiert eine kurzgeschichte schriebe. mit politischer sprengkraft. und moralischem kompass.

wie ich die kanäle der realität. in denen die geschichte gerade so vor sich hinreißt. den bach runter geht. umleiten und renaturieren würde. entschleunigen. auf dass meine schäfchen wieder den sinn spüren.

denn dort wo ich gerade herkomme. herrscht das entblößte leben. über alle. und wir haben angst.


II

ich würde dann in meiner kurzgeschichte über dieses ungleiche päärchen versuchen zu schreiben. das eigentlich immer nur über die not zusammenfindet. ebenso wie die gier. eine zweifelhafte gewährsperson. in liebesdingen.

nämlich den mieter und die vermieterin.

man sieht sie doch schon vor sich. oder. oder gehe ich fehl. und bin von meinen eigenen annahmen getragen. von meinen konzepten überflügelt. und bei euch. herrscht noch schweigen.

ich würde euch bitten. sie vor euch zu sehen. wie der eine immer einen anspruch hat. zum beispiel auf mangelfreihaltung. aber immer schweigt. und leer ausgeht. schimmel im winkel. selbstvornehmend übertüncht. subkutane frucht der stockung.

und die andere. ihr seht sie. oder. sie schwebt. über den dingen. zwischen den stühlen. ist viel in ihrer zweit. und drittwohnung -- denn das ist nunmal wer sie ist / eine reisende / die man ziehen lassen muss / überallzuhaus allseitsbewundert tausendbefreundet -- sieht den mangel aber hat den blick. schon wieder in der ferne. wo es noch mehr zu erobern gäbe und gibt (wären da nur nicht die wegekosten). niemalsschlafender umgehungstatbestand.

[...]


III

es bedürfte dann freilich. dies ist von allen hindernissen mein schwerstes. eines unerhörten ereignisses. das alles erst erzählbar macht. denn. das steht fest. wie das drama. entstanden als der einzelne vom chor verstoßen. kann erst der schicksalswechsel. den sog des immergleichen. den wiederholungszwang (laut pissender nachbar und agon) den leser aus dem tal der tränenden indifferenz führen.

[...]

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